Sitzung: 20.02.2025 Rat der Stadt
Beschluss:
Der Antrag wird zur weiteren Beratung zunächst an den Ausschuss für
Generationen und Kultur sowie den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen.
Abschließend erfolgt ein Beschluss im Rat der Stadt Billerbeck.
Zuerst erläutert Frau Hüwe anhand des eingereichten Antrages das Anliegen und beantragt, die weitere Beratung in den zuständigen Ausschuss für Generationen und Kultur zu verweisen und anschließend im Haupt- und Finanzausschuss zu beraten.
Daraufhin teilt Frau Dirks die Haltung der Verwaltung mit. Grundsätzlich steht das Ziel, die Einführung der Bezahlkarte durchzusetzen fest. Problematisch ist derzeit, dass das Land die sogenannte opt-out-Regelung eingeführt hat. Dies bedeutet, dass die einzelnen Kommunen über die Herangehensweise beraten und entscheiden können. Seitens der Verwaltung wird ebenso vorgeschlagen, diesen Antrag in die Ausschüsse zu verweisen, um soziale und finanzielle Gesichtspunkte zu beleuchten.
Weiterhin führt Frau Dirks aus, dass dieses Thema auch im Rahmen der Bürgermeisterkonferenz beraten und vereinbart wurde, gemeinschaftlich abzuwarten bis die offenen Fragen geklärt sind.
Anschließend äußert Herr Tauber Kritik am eingereichten Antrag und begründet dieses wie folgt:
- Unverständnis über den Zeitpunkt des Antrags.
- Verwaltung
arbeitet intensiv an dem Thema und wird den Rat zu gegebener Zeit mit
einer umfassenden Vorlage informieren, die alle relevanten Pro- und
Contra-Argumente enthält.
- Erst
dann sind wir in der Lage, fundiert zu beraten und abzustimmen.
- Die Bürgermeisterkonferenz hat, wie in der Presse berichtet, beschlossen, kreisweit abzuwarten.
- Argumente im Antrag der Grünen mögen in Teilen nachvollziehbar sein, jedoch spiegeln sie lediglich eine einseitige Position wider.
- Es
ist bedauerlich, dass der Streit innerhalb der schwarz-grünen
Landesregierung zum jetzigen Zeitpunkt schon auf Billerbeck verlagert
wird.
- Fakt
ist, dass NRW gemeinsam mit 13 anderen Bundesländern eine einheitliche
Umsetzung der Karte vereinbart hat.
- Prestigevorhaben der Wüst-CDU im Land, führt zu einem Flickenteppich statt Hilfe, der die Kommunen in NRW vor erhebliche Herausforderungen stellt. Die nicht vorhandene Linie wird zu andauernden Spannungen und Begehrlichkeiten führen.
- Die
Kommunen leiden wiederholt unter dem Mangel an Regelungskompetenz der
Landesregierung - letztlich haben
die geflüchteten Menschen darunter zu leiden.
Vermutung: Die grüne Integrationsministerin Josefine Paul
nimmt es ganz bereitwillig in Kauf, wenn die Karte im eigenen Land scheitert.
Wo immer es schief geht, liegt es dann halt an den Kommunen und nicht am
Koalitionspartner.
- Vorpreschen
der vor Ort Grünen ohne Kenntnis aller konkreten Billerbecker-Argumente.
- Die
Gründe diese zum jetzigen Zeitpunkt in einen Fraktionsantrag zu
formulieren erschließt sich mir nicht.
- Ob
eine Stadt bei der Einführung der Karte mitziehen will oder nicht, sorgt
vor Ort für teils aufgeheizte Debatten.
- Sicher
ist für uns, dass es dabei, in der ohnehin aufgeheizten Migrationsdebatte,
um Gesellschaftsbilder, Ideologien und Ideale geht.
- Darum,
ob es bei der Neuerung wirklich um praktische Vorteile geht oder um
Diskriminierung.
- Die
Informationsvorlage der Verwaltung sollte abgewartet werden.
- Weitere
Beratung in Fachausschüssen wird befürwortet.
Für die Fraktion der FDP schließt sich Frau
Pawliczek den Ausführungen an und betont, dass die einheitlich und gemeinsame
Herangehensweise nach Beratung in der Bürgermeisterkonferenz das Ziel sein
sollte.
Danach äußert Herr Geuking Kritik hinsichtlich
der Behauptung, dass die Existenz der örtlichen Händler bedroht sei – aus dem
Grunde, da sie ein digitales Bezahlsystem anbieten müssten. Die Kosten hierfür
würden sich auf ca. 165 EUR belaufen. Vor wenigen Jahren wurde dieses
Diskussion genau umgekehrt geführt – nämlich das Ältere aufgrund des digitalen
Zeitalters kein Konto erstellen könnten und die digitale Teilhabe somit das
Problem war und nicht das Bargeld das Problem war. Zunächst sollten die
digitalen Voraussetzungen geschaffen werden und dann konkret beraten werden –
vielleicht wäre auch eine Möglichkeit, den Anspruchsbetrag jeweils hälftig zu
splitten.
Im Anschluss bekräftigt Herr Lennertz den
Vorschlag, die Angelegenheit sachlich zu beraten und stimmt einem Verweis
ebenso zu.
Nachfolgend meldet sich Herr Flüchter zu Wort
und gibt zu bedenken, dass die Beratungen der Bürgermeisterkonferenz ein
Stimmungsbild zeichnen – die Entscheidung über die Belange der Billerbecker
werden allerdings vor Ort getroffen.
Nochmals bekräftigt Frau Dirks, dass die
Verwaltung gut beraten sei, gemeinsame Wege auf Kreisebene zu finden, um auch
mögliche Diskussionen der Betroffenen untereinander zu vermeiden. Zunächst ist
die Abwägung aller Argumente angezeigt und mögliche Veränderungen seien immer
schwierig.
Abschließend nimmt Frau Hüwe Stellung zur Kritik
des Zeitpunktes der Antragstellung und betont, dass der Antrag im Dezember
letzten Jahres gestellt worden sei – somit vor der letzten
Bürgermeisterkonferenz. Frau Hüwe bekräftigt ebenso noch einmal, dass die
Bürgermeisterkonferenz beraten kann. Entscheidungen für Billerbeck werden
jedoch vor Ort in Billerbeck vom Rat beschlossen. Es sei enorm wichtig, die
Abwägung ortsbezogen vorzunehmen.
Abschließend weist Herr Wieland darauf hin, dass
seitens der Verwaltung im Vorfeld schon angekündigt wurde, die Einführung der
Bezahlkarte vorzustellen und zu beraten. Zunächst sollten Fakten gesammelt und
eine Auswertung dieser stattfinden. Er unterstützt das Vorhaben der Verwaltung,
auf Kreisebene eine gemeinsame Lösung zu finden.
Stimmabgabe: einstimmig
